CDU Stadtverband Sulz am Neckar

Winterwanderung 2014

Bericht über die Wanderung von Robert King

"Man muss lange zurückblättern in den Annalen oder ein sehr gutes Gedächtnis haben"
Information zum Kloster Kirchberg durch Pfarrer Gössling

Zum x-ten Mal Winterwanderung des CDU-Stadtverbandes Sulz

Das Geheimnis: Es ist immer alles dabei / Die Überraschung fand in der Schule statt

Man muss lange zurückblättern in den Annalen oder ein sehr gutes Gedächtnis haben (beides wäre am ehesten noch Herwart Kopp zuzuschreiben), um zu eruieren, wann der CDU-Stadtverband Sulz zu seiner ersten Winterwanderung eingeladen hat.

Sicher aber ist: dieses alljährliche Ereignis hat einen unglaublich hohen Stellenwert, bei dem Bundestagsabgeordneten Volker Kauder, aber auch bei vielen, die dabei waren und dabei sind.

Ich freue mich jedes Mal darauf“, sagte der Unionsfraktionsvorsitzende, „immer wieder gibt es Neues, Interessantes, man kommt miteinander ins Gespräch.“ Die Winterwanderung gehört bei ihm dazu wie auch das sommerliche Marktplatzgespräch.

Besichtigungen, Gespräche, Wanderung, detaillierte, sachkundige Erläuterungen, der Abschluss mit Politik und Geselligkeit – fast wie ein Ritual und jedes Mal doch wieder anders.

Sehr historisch-spirituell-besinnlicher Start war diesmal beim Kloster Kirchberg, ganz am Rande des Kreises Rottweil. Ein Kloster, das kein Kloster mehr ist, sondern eine Begegnungsstätte, ein „Kristallisationspunkt des Glaubens“, wie Matthias Gössling, der geistliche Leiter (seit 2 ½ Jahren) bei der Führung erläuterte. Heute ein Haus der Berneuchener Bewegung, ein Haus ohne Handynutzung und fast nicht mit Internetanschluss. Dafür aber mit dem, was wertvoll ist und Ruhe und Nachdenken möglich macht. Der derzeitige geistliche Leiter, ein Pfarrer aus dem Westfälischen, so wie man sich Menschen aus jenem Landstrich vorstellt, ging tief hinein in die so wechselvolle Geschichte des ehemaligen Dominikanerinnenklosters bis hin zum Brand des Konventgebäudes im Jahre 1979 – und erwähnte den ehemaligen baden-württembergischen Finanzminister Robert Gleichauf, der für den Wiederaufbau gesorgt hatte. Mit Robert Gleichauf und seinem Wirken verbinden dabei sehr viele, die dabei waren, mehr als der Westfale dies vermag. Ohne ihn wäre auch der Friedhof, der auch besichtigt wurde, der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

In der Barockkirche, dem heiligen Johannes geweiht, schloss ein gemeinsam gesungenes „Großer Gott, wir loben dich“ den Aufenthalt im Kloster Kirchberg ab.

Ein Wald ohne Wege …

Weiter ging’s, bei starkem Wind (das Wetter schlägt übrigens jedes Jahr andere Kapriolen bei der Winterwanderung, Schnee war diesmal nicht zu sichten, aber der Wind zeigte seine Stärke) zum Aussichtspunkt Wandbühl. Direkt bei dem Kreuz, das auch mit dem Berneucher Haus zu tun hat, begeisterte der herrliche Blick zur Burg Hohenzollern.

Auch ein Markenzeichen der Winterwanderung: jeweilige „Experten“ erklären, erläutern, führen. So Herwart Kopp, der sich wie wohl niemand in ganz Sulz auskennt, mit seinem historischen Wissen und vielen Details aufwartet. Und dann war es hier beim weiteren Wandern hinunter nach Renfrizhausen Klaus-Peter Mühleck vom Forstrevier Sulz, der Informationen über die Wälder vermittelte. („Ein Wald ohne Wege ist wie ein Bett ohne Matratzen.“), der den Burgstall beschrieb, eine frühere Fliehburg.

Mitten drin im neu gestalteten Dorfmittelpunkt in Renfrizhausen würdigte Robert Nübel die Dorfgemeinschaft, die Vereinigung, die seit 30 Jahren unendlich Wertvolles für den Ort geleistet hat. Dies sind die Geheimnisse, die eine Gemeinde zusammenhält und leben lässt und weiterführt in die Zukunft.

Und da war der Blick zur Autobahn hoch oben drüber. Dorthin, wo sich der Kampf und das Eintreten der CDU Sulz für die Ableitung des Abwassers in den Mühlbach gelohnt hat. Karl Wezel war es gewesen, der als Erster darauf aufmerksam gemacht hatte. Der damalige Umweltminister Ulrich Müller war an Ort und Stelle. Lange ist das schon her. Und es hat sich gelohnt: „Ein Werk der CDU Sulz“, konnte Herwart Kopp sagen.

Vor hundert Jahren war alles noch ein bisschen anders

Der überraschende Event der Wanderung: In Mühlheim ging’s erst mal am Rössle vorbei in die Grundschule. Ein Aperitif wurde gereicht – Sekt und einen salzigen Happen -, und nach der kurzen Begrüßung durch die stellvertretende Ortvorsteherin Barbara Klaussner stellte Schulleiterin Petra Plocher mit viel Charme und Einfühlungsvermögen ihre Schule vor. Die Schule, die im Mai 100 Jahre alt wird (Jahrgang 1914 …): „Wir wollen stolz sein auf unsere Schule, wollen sie feiern.“ Wie sehr für ihre Kinder da ist, wie sehr die Sensibilität hat, die dafür notwendig ist, um die Kinder durch die ersten vier Jahre ihrer Schulzeit zu führen, das vermittelte sie in ganz besonderer Weise.

Doch hier kam auch die derzeitige Bildungspolitik des Landes ins Spiel. Durch Stefan Teufel und Volker Kauder, die mit ihren Fragen nach dem Wirken in einer kleinen Schule mit einer engagierten Schulleiterin und den Vorgaben aus Stuttgart die Diskrepanz deutlich machten. Wenn Petra Plocher durch ihre Mimik schon andeutete, was die Abschaffung der verbindlichen Grundschullehrerin bedeutete, wurde Daniela Dreher deutlicher: „In der fünften Klasse sind fast alle weg. In der sechsten und siebten Klasse kommen sie zurück.“ Mit den Folgen, die Volker Kauder beschrieb: Dass es nämlich anhaltend schlimm ist für die Schüler, wenn sie die Leistungen nicht erbringen, die notwendig wären und „zurückgestuft“ werden. Darüber, dass Daniela Dreher, die über sieben Jahre hinweg mit ganz großem Einsatz den Arbeitskreis Bildung des CDU-Kreisvorstandes geführt hatte und die heute eine Grundschule in Konstanz leitet, anwesend war, freuten sich alle, die sie nach doch recht langer Zeit wieder erleben konnten.

Beim anschließenden Besuch in dem Klassenzimmer, in dem 27 in einer Kombiklasse unterrichtete Erst- und Zweitklässler kaum genügend Platz haben, wurde den Gästen noch einmal deutlich vor Augen geführt, welch großer Einsatz und welches Engagement von den Lehrerinnen und Lehrern heutzutage gefordert ist. Und es blieb nicht nur der Satz der Schulleiterin haften: „Sie sind jetzt brav. Doch Sie können sich vielleicht vorstellen, wie es ist, wenn das ganze Klassenzimmer voller Schülerinnen und Schüler ist. Die so sind, wie sich darstellen, in all ihrer Unterschiedlichkeit.“

Die Aufregung lohnt nicht

Viele, viele wertvolle Eindrücke. Da musste sich erst einmal setzen. Auf der anderen Straßenseite im „Rössle“. Unter Leitung des CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Tobias Bronner informierten und diskutierten Landtagsabgeordneter und CDU-Kreisvorsitzender Stefan Teufel und Unionsfraktionsvorsitzender Volker Kauder über die aktuelle politische Lage. Spannender kann die Lage im Land wie im Bund nicht sein und nicht dargestellt werden.

Von der Bildungspolitik (nach dem „Liveerlebnis“ wenige Minuten zuvor), auch hinsichtlich des Versuchs von Grün-Rot den Bildungsplan in Sachen sexueller Orientierung krumm zu biegen, bis zur Infrastruktur und zu der veränderten, verschlechterten Förderpraxis der Landesregierung. Aktuelle Landespolitik, die jeden betrifft.

Stärker noch in der Diskussion ist jedoch derzeit die bundespolitische Lage nach der Bildung der großen Koalition. Volker Kauder, einer der wichtigsten Politiker in Berlin, berichtete so eindrücklich, authentisch (sowieso) über die Schritte zur Regierungsbildung, über die Notwendigkeit, dem Land eine gute Regierung zu stellen (jenseits aller Irrungen und Wirrungen). Alle tragen Verantwortung, sagte er. Und er, die Ruhe und Sachlichkeit in Person, riet dazu, „die ganze Aufregung nicht so ernst zu nehmen.“ Dies scheints ein petitum: Wir haben unsere Aufgabe, und die müssen wir erfüllen. Auf der Führungsebene, auch die Erkenntnis aus seinen Äußerungen, funktioniert es bestens. Darunter (noch) nicht so sehr. Volker Kauder, der bereits am darauf folgenden Morgen wieder aufbrechen musste, erst nach Nordbaden, dann wiederum nach Berlin, nahm auch Luft aus dem an der Basis durchaus vorhandenen Grummeln, die CDU käme in der Öffentlichkeitswirkung zu wenig vor.

Er konnte beruhigen. Und freute sich, wie zuvor Stefan Teufel, über ein Geschenk. Auch über den Pralinenstrauß, den ihm Tobias Bronner für Angela Merkel mitgab. Er würde es ihr am Mittwoch danach übergegen, sagte er. Und er würde es so lange kühl halten. Es wird ihm nicht schwer fallen. Denn Volker Kauder hat schon anderes hingekriegt.

Was aber wäre eine Winterwanderung ohne den musikalischen Teil? „Es kommen schwere Zeiten auf uns zu“, sagte Herwart Kopp. „Deshalb singen wir jetzt „Es kommen die lustigen Tage.“ Dazu hatte Gerhard Amon seine Gitarre mitgebracht, und so war die Spur gelegt für einen fröhlich-freundschaftlichen Abschluss.

Gibt es noch Fragen nach dem Geheimnis des Erfolgs der jährlichen Winterwanderung?

 

(siehe Bilder in der Galerie)