CDU Stadtverband Sulz am Neckar

Einschneidende Zäsur bei der CDU Sulz / Tobias Bronner neuer Vorsitzender

Herwart Kopp einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt

Eine Ära ging zu Ende. Der Satz wird gelegentlich mal so fallen gelassen. Doch diesmal trifft er zu wie selten. Herwart Kopp, seit der Gründung des CDU-Stadtverbandes Sulz ganz vorne mit dabei, 19 Jahre als Vorsitzender, 15 Jahre Stellvertreter, sogar für ein Jahr Schriftführer – ein Vorbild nicht nur, dass er den Verband mit seinen vielen Stadtteilen führte und seiner Partei diente, sondern wie er dies tat: Herwart Kopp, der in wenigen Tagen seinen 70. Geburtstag feiern kann, gibt ein herausragendes Beispiel bürgerschaftlichen Engagements.

So gab es bei der Mitgliederversammlung im Schützenhaus nicht nur Geschenke – von der "hochprozentigen Flasche Schnaps" (von Stefan Teufel) und einem Obstkorb (von seinem Stadtverband) bis zu einem Blumenstrauß für seine Frau, sondern Herwart Kopp wurde einstimmig (wie sonst?) zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Und zwar nicht nur als Trick, dass er damit für immer dem Vorstand seiner CDU Sulz angehören wird und mit Rat und Tat weiterhin dabei sein kann und wohl wird, sondern weil seine Mitglieder spürten, dass diese Ehrung, diese Ernennung den Dank und die Anerkennung ausdrückt, die Herwart Kopp verdient hat.

Doch so wie er stets sich selbst niemals in den Vordergrund gestellt hatte, sondern immer seine Mitstreiter eingebunden hat, Diskussionsleitungen und anderes gestalten ließ, so hatte er schon vor einem Jahr angekündigt, dass nun Schluss sein solle, dass ein Generationswechsel stattfinden soll. Tobias Bronner, 36-jähriger Architekt, der seit sieben Jahren in Sulz wohnt und dessen Onkel Hugo ebenfalls bei der Gründung mit dabei gewesen war und heute wie in all den Jahren den Stadtverband mit prägt und trägt, hatte sich bereit erklärt, die Nachfolge von Herwart Kopp anzutreten. Und er erledigte diesen ersten Abend mit und nach der einstimmig erfolgten Wahl schon ganz souverän, aber eben auch in dem Wissen, in wessen Fußstapfen er tritt. Schmunzelnd merkte er an, Herwart habe ihm gesagt, es sei "nit viel Arbet."

Vermutlich wird Tobias Bronner diesen Satz anzweifeln. Ganz sicher aber hat auch er genau zugehört, was Herwart Kopp in seinem letzten Rechenschaftsbericht darüber sagte, was ihm wichtig war: Diskussion und Gespräche mit den Bürgern, gute Zusammenarbeit innerhalb des Stadtverbands und die Kontakte mit den Abgeordneten, mit den Entscheidungsträgern. Was nicht zuletzt dazu geführt hat, dass Projekte wie die Neckarhalle, die Umgehungsstraße, die Abwasserreinigung bei der Bundesautobahn und etliche mehr ermöglicht wurden.

Herwart Kopp: "Wichtig waren mir die Kontakte zu den Regierungspräsidenten und den Landräten"

Und die Ausflüge, die stets besondere Erlebnisse waren, sei es nach Ungarn, nach Oberbayern oder an den Niederrhein, um nur einige zu nennen. Wobei auch diese immer mit politischen Gesprächen und Begegnungen verbunden waren.


 

Vieles ließe sich noch anfügen beim Rückblick auf die vielen Jahre, in denen Herwart Kopp seinen Stadtverband geführt und begleitet hat. Vor allem: "man", jeder konnte sich einfach wohl fühlen, auch durch die Kameradschaft, die immer spürbar wurde. Nicht zuletzt auch beim gemeinsamen Singen fröhlicher Lieder.

Die Themen aber gehen nicht aus. Und dass die Daimler-Versuchsstrecke nun nicht auf Sulzer Gemarkung errichtet werden wird, sondern in Immendingen, bedeutet für ihn, dass eine große Chance vertan worden sei, aber nun gelte es, sich um das regionale Gewerbegebiet zu kümmern. Die Themen und die Aufgaben gehen nie aus.

Dass die Arbeit in einem Ortsverband sehr wohl wirkt, zeigte auch der Hinweis des scheidenden Vorsitzenden auf die Ergebnisse der Landtagswahl vom Frühjahr: Die CDU im Land musste ein Minus von 5,2 Prozent hinnehmen, im Kreis Rottweil eines von 2,5 Prozent – und in Sulz gewann die CDU 2,8 Prozent hinzu!

Der Bericht des Fraktionsvorsitzenden Robert Trautwein zeigte ebenfalls, wie gut und konstruktiv der Stadtverband und die Fraktion zusammen arbeiten und dies über lange Jahre hinweg getan haben. Auch er sieht es als erfreulich an, dass das regionale Gewerbegebiet noch nicht erledigt ist und lobte das geschlossene interkommunale Gewerbegebiet mit Vöhringen.

Stefan Teufel, bei seinen Worten zur Entlastung des Vorstandes bzw. in dem Falle des Vorsitzenden würdigte als CDU-Kreisvorsitzender, dass Herwart Kopp damit, dass er die Themen der Raumschaft besetzt habe, gezeigt, wie sehr die CDU die Kümmererpartei in der Region ist. Er erinnerte an seine Verdienste um das Verzahnungsmodell der beruflichen Schulen, an die Tunnellösung. Und bezeichnete ihn vor allem als den Teamplayer im Stadtverband. Stefan Teufel: "Du hast dir Verdienste erworben weit über die Stadt Sulz hinaus."

Willy Harpain schließlich, einer der jetzt noch zwei Stellvertreter, sprach noch einen ganz wichtigen Satz aus: Herwart Kopp hat sich höchsten Respekt und große Anerkennung auch beim politischen Gegner verschafft."

Was dann schließlich beim Vortrag und der Diskussion mit Stefan Teufel über die landespolitischen Themen dazu führte, dass jedem sichtbar wurde: Eine Zäsur in der CDU Sulz, aber die politischen Debatten gehen auf allen Ebenen unvermindert weiter. Die Stimmung und die Arbeit werden in Stuttgart zu einem großen Teil von der Volksabstimmung über Stuttgart 21 dominiert. Wo das Nein zum Ausstieg notwendig ist, um S 21 zu bauen und um die Gäubahn zu ertüchtigen.

Denn sonst, so sagte Hugo Bronner, wird es heißen: Gute Nacht, Baden-Württemberg.

Was wohl kaum einer wollen kann.

Vielmehr, so war auch an diesem Abend in der Fischerhütte zu spüren, gilt es, nach vorne zu schauen. Auf allen Gebieten. Und mit der CDU Sulz unter neuer Führung. Aber mit dem Geist, der diesen Stadtverband seit 40 Jahren prägt und beflügelt.

Und schon sprach Tobias Bronner die traditionelle Winterwanderung im Januar 2012 an. Der aus der Mitte der Veranstaltung eingebrachte Vorschlag, interkommunales Gewerbegebiet, stieß auf große Zustimmung. Die CDU Sulz weiter auf guten Wegen!